Shetlandschafe

Weich und farbenfroh

Geschichte

Die Shetlandschafe sind eine in Deutschland extrem seltene Rasse, die auf Einkreuzungen norwegischer Schafe um 500 n. Chr. zurückgehen soll. Im 13. Jahrhundert waren sie in einer sehr breiten Variation präsent. Verschiedene Phasen, in denen die Schafhalter eher in Richtung fleischbetonter Nutzung züchtete, konnte sich in verschiedenen abgeschlossenen Arealen der ursprüngliche Typ der Shetlandschafe erhalten.
So blieb die Rasse in all den Jahrhunderten auf den Shetlandinseln bewahrt und wurde hier streng auf die Feinheit und starke Kräuselung der Wolle sowie die typische Robustheit der nordischen Kurzschwanzschafe gezüchtet.
1927 wurde die Shetland Flock Book Society auf Shetland gegründet, der damals verfasste Rassestandard ist heute noch unverändert in Gebrauch.

Wolle

Die Wolle der Shetlandschafe ist extrem weich und fein, an Nacken und Schulter liegt sie bei 20 bis zu 10 Micron, an den Hinterschenkeln ist sie gröber, hier erreicht sie Werte von 35 bis 25 Micron (je kleiner der Wert, umso feiner ist die Wolle). Die Shetlandschafe sind damit die britischen Landschafe mit der feinsten Wolle, desweiteren ist es die Rasse mit der größten Farbvielfalt.

Shetlandschafe, Lämmer Fjell und Finlay
Shetlandschafe – bunte Lämmer Fjell und Finlay

Es gibt 11 Hauptfarben mit zusätzlich unterschiedlichen Abstufungen und dazu 30 registrierte Muster („Markings“), die zudem untereinander kombiniert auftreten können.
Die häufigsten Farben sind weiß, moorit (Fuchsfarben) und schwarz.
Die begehrte Wolle kann auf verschiedene Wiese verarbeitet werden, die „Shetland Wool“ ist weltweit berühmt.

Aussehen und Nutzung

Shetlandschaf Lieselotte
Shetlandschaf Lieselotte

Neben der Wolle bietet die Rasse auch die Nutzung als Fleischschaf an, denn die Jungtiere sind extrem frohwüchsig und haben schon nach wenigen Monaten entsprechender Fütterung das Mastendgewicht von 25-28kg erreicht. Das Fleisch ist sehr wohlschmeckend. Die Rasse eignet sich ebenfalls gut zur Kreuzung mit anderen Rassen, um bei den Nachkommen die Wollqualität zu verfeinern oder schnellwüchsige Lämmer zur Schlachtung zu gewinnen.

Shetlandschafe sind noch sehr ursprünglich, sie bocken in der Regel im Oktober/November und bekommen im zeitigen Frühjahr ihre Lämmer. Die Reproduktion liegt auf den kargen Shetlandinseln bei 130%, bei entsprechend guter Fütterung sind aber Zwillinge die Regel.
Die Lämmer wiegen zur Geburt durchschnittlich 3kg (Einlinge) bzw. 2kg (Zwillinge).

Shetland-Böcke sind
50-65 cm groß
40-55 kg schwer.
Sie sind behornt und haben meist imposante, gedrehte Hörner.

Shetland-Auen sind
45-60 cm groß
30-45 kg schwer
und in der Regel unbehornt, es kommen aber vereinzelt Auen mit eher kleinen Hörnern vor.

Shetlandschafe eignen sich also zur Woll- und Fleischnutzung, zudem werden sie gerne zur Landschaftspflege eingesetzt, da sie guten Verbiss zeigen, wenig Gewicht mitbringen und somit bodenschonend eingesetzt werden können. Da sie sehr robust und ursprünglich sind, macht ihnen die Witterung eher wenig aus, ein Unterstand sollte dennoch das ganze Jahr zur Verfügung stehen.

Die Wolle weist neben der Feinheit eine Besonderheit auf: Im Frühjahr stoßen Shetlandschafe die Wolle selber ab, man kann sie dann „raufen“, die Wolle also von ihnen abpflücken und erhält so Fasern ohne Anschnitte, die für die weitere Verarbeitung noch attraktiver ist.